Dienstag, den 21.11.2023

Beim gemeinsamen Hochschulgründertag 2023 traten am Dienstag erstmals 16 Start-ups aus den drei Hochschulen in der Oberpfalz gegeneinander in einem sogenannten Pitch-Wettbewerb an und konkurrierten um Preisgelder in Höhe von insgesamt 2.000 Euro. Exakt zwei Minuten und 30 Sekunden hatte jedes Team Zeit, die zahlreichen Zuschauer von der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen, den Stand der Umsetzung des Gründungsvorhabens aufzuzeigen und das Team hinter der Idee zu präsentieren. Die drei ersten Plätze wurden unmittelbar im Anschluss an den letzten Pitch vom Publikum in einer Live-Abstimmung gewählt. 208 Teilnehmende an der Abstimmung zeigen das große Interesse für Unternehmensgründung an den drei Hochschulen.

Zudem wurden drei besonders vorbildliche Start-ups aus den Hochschulen mit dem Hochschulgründerpreis 2023 ausgezeichnet. Mit diesem Preis wollen die drei Hochschulen eine aktive Gründungskultur fördern, die Vielfalt des Gründungsgeschehens unterstreichen und unternehmerische Vorbilder an den Hochschulen sichtbar machen. Den Preis der OTH Amberg-Weiden erhielt heuer das Unternehmen ams reichert GmbH aus Amberg. Mittels innovativer Automatisierungstechnologien wollen sie die Herstellung von Kabelbäumen revolutionieren und so Deutschland als Standort für die Produktion wieder attraktiv machen. Der Preis der Universität Regensburg ging an das Start-up Diingu, ein soziales Education-Tech Startup. Diingu betreibt eine Online-Fortbildungsplattform für den Bereich Schulbegleitung und Inklusion. Der Hochschulgründerpreis der OTH Regensburg ging schließlich an Qwicklane. Das Start-up entwickelt eine innovative, fernbedienbare Bindung für Tourenski – mit dem Potential diese immer populärere Sportart zukünftig noch wesentlich attraktiver zu machen. Jeder der drei Preise war mit 1.000 Euro dotiert.

Und wer gewann die Publikumspreise? Das Teilnehmerfeld war äußerst vielfältig: Von einem bereits patentierten, diebstahlsicheren Nabenschloss für E-Bikes über den Einsatz von Blockchain-Technologie zur besseren Kontrolle und Transparenz von Lieferketten, einer Matching-Plattform für Inklusionskräfte, einer Hilfe, um im Online-Store den passenden Schuh zu finden, oder Dioptrien-Sehhilfen für den Badezimmerspiegel, einer Idee zur Wiederverwendung von Hörgeräten, der automatisierten Organisation von Influencer-Marketing, nicht zuletzt durch eine Legal-Tech-Anwendung, einem System, das junge Menschen zu mehr gemeinnützigen Spenden anregen möchte, bis hin zu ästhetisch gestalteten und voll kompostierbaren Urnen aus besonderem Papier war alles dabei, was aus Lehre und Forschung an den Hochschulen, oder aber aus dem persönlichen Interesse der Studierenden heraus entstehen kann.

Am Ende der Abstimmung durch die Zuschauer belegte die App PartySpark den ersten Platz mit 1.000 Euro Preisgeld. Ursprünglich als Party-App geplant entwickelte sich das Projekt immer mehr zu einer App, auf der man Freundschaften knüpfen und gegen die eigene Einsamkeit tätig werden kann. Der mit 600 Euro dotierte zweite Platz ging an CURIOX, ein haptisches Spiel für Kinder, das mittels digitaler Elemente mit der Fantasie der Kinder interagiert und diese fördert und unterstützt, und das ganz ohne Bildschirm. Dabei bestimmt das Kind den Spielverlauf, und nicht der Computer. Der dritte Platz, und damit immerhin noch 400 Euro, ging an VoluLink, eine Corporate Volunteering-Plattform, welche Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels bei der Mitarbeitergewinnung unterstützen will, indem soziales Engagement von Arbeitnehmer*innen bei gemeinnützigen Organisationen gefördert wird.

Alle Preisgelder wurden von der BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH gesponsert.

Der O/HUB-Preis für innovative Vernetzung im regionalen Gründungsökosystem ging an die Digitale Gründerinitiative Oberpfalz (DGO). Diese sei, so Prof. Dr. Sean Patrick Saßmannshausen von der OTH Regensburg, ein wichtiger Treiber für das Gründungsgeschehen in der Oberpfalz und ermögliche den Start-ups einen reibungslosen Übergang aus den Hochschulen heraus hin zu in der Region fest verankerten Unternehmen. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Hochschulen und ihrem Verbund O/HUB mit der DGO sei geradezu vorbildlich in Bayern und darüber hinaus. Alexander Rupprecht, Geschäftsführer der städtischen TechBase und Andreas Auberger, Projektleiter der DGO, zeichneten in ihren Dankesworten die erfolgreiche Strategie der gemeinschaftlichen Gründungsförderung in der Oberpfalz nach. 

Prof. Dr. Sean Patrick Saßmannshausen von der OTH Regensburg sagte über die Veranstaltung: „Die Bandbreite an Gründungsprojekten an den drei Oberpfälzer Hochschulen ist wirklich beeindruckend. Junge Menschen wollen mit ihren Gründungsideen heute nicht nur Innovationen umsetzen und wirtschaftlich erfolgreich am Markt agieren, sondern die Welt auch ein Stückchen besser machen. Beim Thema Unternehmensgründung geht beides Hand in Hand.“

Prof. Dr. Christiane Hellbach von der OTH Amberg-Weiden dankt dem Sponsor der Preisgelder, ohne den ein solches Veranstaltungsformat nicht möglich gewesen wäre: „Die BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH aus Weiherhammer in der Oberpfalz ist nicht nur wegen des Sponsorings des Preisgeldes für uns ein wichtiger Partner, dieses Unternehmen und ihre Eigentümer sind selbst Vorbilder, welchen Beitrag unternehmerisches Engagement für die Regionalentwicklung in Hinblick auf Innovation, Arbeitsplätze und Wohlstand leistet. Das Unternehmen unterstützt Wissenschaft, Forschung, soziale und regionale Projekte und nun auch Unternehmensgründungen in der Oberpfalz, nicht nur am heutigen Tag sondern auch mit einem eigenen Veranstaltungsformat, dem Denk:Summit.“ 

Jutta Gügel, die Leiterin des Transferstelle FUTUR der Universität Regensburg, blickt auf das, was dank der Zusammenarbeit der drei Hochschulen erreicht werden konnte: „Mit gemeinsamen Verbundprojekten in der Region sind wir einen kooperativen Weg der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit in der Gründungsförderung gegangen. Dass so viele gemischte Teams aus den drei Verbundhochschulen beim Pitch-Wettbewerb angetreten sind, zeigt deutlich, dass dieser Ansatz Früchte trägt. Ohne unser gemeinsames Projekt O/HUB würde es den Hochschulgründertag so nicht geben.“ Die drei Hochschulen koordinieren ihre gemeinsame Gründungsunterstützung im Rahmen des Verbundprojektes O/HUB, dem Oberpfälzer Startup-Hub, welcher auf Beschluss des Deutschen Bundestages im Rahmen der Initiative „EXIST Potentiale“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz noch bis 2024 gefördert wird.